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Gutes Training hält dein Pferd gesund!

Wir alle wünschen uns ein Pferd, das lange gesund bleibt und wenige oder keine Verschleißerscheinungen und Krankheiten bekommt. Sehr viele dieser Verschleißerscheinungen und Erkrankungen können durch gutes und planvolles Training vermieden werden!

Jedes Pferd sollte entsprechend seiner Fähigkeiten gefordert werden und Muskeln und Körperstrukturen müssen systematisch aufgebaut werden, um jahrelang einen Reiter tragen zu können, ohne dabei gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Ich denke die Gesunderhaltung des Pferdes ist ein Ziel, das jedem Reiter am Herzen liegt und allein um dieses Ziel zu erreichen ist die Arbeit mit einem Trainingsplan sehr hilfreich. 

Um einen Trainingsplan zu erstellen benötigt man Fachwissen in Bereichen wie Sport- und Trainingslehre, Sportphysiologie und -psychologie und Lernverhalten von Mensch und Pferd. 

,,Training ist [definiert als] planmäßiger Aufbau von konditionellen Fähigkeiten, Koordination/Technik und Entfaltung der Persönlichkeit.‘‘

Training hat also zum Ziel etwas zu verbessern und weiterzuentwickeln. Gutes Training ist außerdem nicht verbrauchend und verschleißend aber dennoch eben leistungssteigernd. Findet keine Leistungssteigerung statt, so sprechen wir im Pferdesport nicht von Trainieren sondern von Bewegen. 

Was für ein Pferd bewegen und was trainieren ist hängt von der individuellen derzeitigen Leistungsfähigkeit ab. Für ein junges Pferd kann eine Stunde Ausreiten in allen Gangarten mit Reitergewicht bereits zu viel sein, während dieser Ausritt für ein Distanzpferd noch nicht einmal ausreicht, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten. 

Bevor ein Pferd trainiert werden kann müssen einige Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Ein Pferd kann sich nur auf das Training und das Lernen einlassen, wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind. 

Dazu zählt zum Beispiel eine angemessene Haltung und Fütterung. Auch die Ausrüstung muss dem Pferd passen und sollte sorgfältig und überlegt ausgewählt werden. Viele Pferde laufen auch mit unpassender Ausrüstung noch recht lange zufriedenstellend, auf Dauer werden jedoch körperliche Strukturen geschädigt und das Pferd wird sich früher oder später gegen das Training wehren. 

Grundsätzlich muss sichergestellt werden, dass das Pferd physisch (körperlich) gesund ist und frei von Schmerzen die geforderte Leistung erbringen kann. Hierzu zählt zum Beispiel auch die regelmäßige Kontrolle der Zähne und je nach Bedarf auch eine osteopathische oder physiotherapeutische Behandlung. 

Nicht zu unterschätzen ist außerdem die psychische Gesundheit. Gestresste Pferde können sich nur schwer auf neue Lernreize einlassen und verlieren oft die Motivation an der Zusammenarbeit mit dem Menschen. Dies muss jedoch nicht unbedingt durch die gewählten Trainingsmethoden ausgelöst werden. Gründe hierfür können vielfältig sein, zum Beispiel auch Schlafmangel durch eine unruhige Herde mit vielen Reibereien. 

Zusammenfassend gesagt: Das Pferd muss ganzheitlich betrachtet werden und es muss sichergestellt sein, dass das Pferd die geforderte Leistung erbringen kann, ohne dabei Schaden zu nehmen oder Schmerzen zu erleiden.

Gutes Training ist herausfordernd aber niemals überfordernd.

Es ist die Aufgabe des Reiters die Anforderungen und Übungen so zu wählen, dass das Pferd sie auch erfüllen kann. Hierbei ist eine kleinschrittige Herangehensweise sehr hilfreich. Durch sinnvolle Struktur und das Zerlegen der Ziele in kleine erreichbare Teilziele werden Erfolgserlebnisse garantiert und Pferd und Mensch behalten und fördern ihre Motivation. 

Neben der langfristigen Planung des Trainings sollte auch jede Trainingseinheit sinnvoll durchdacht sein:

Aufwärm- und Lösephase:

  • Pferd aufwärmen & lösen 
  • Pferd ca. 20 Minuten auf großen Linien im Schritt bewegen (reiten oder führen) 
  • Was fällt dir auf? 
  • Was möchtest du heute bearbeiten / verbessern? Ziel festlegen 
  • Welche Übung passt zu deinem Ziel?

Arbeitsphase:

  • Reiten der Übung (Ist-Kontrolle): Was klappt gut, was muss verbessert werden?
  • Dekonstruktion der Übung (Zerlegen in einzelne Teile): Die Teilstücke der Übung die nicht gut funktioniert haben einzeln üben und in weitere Einzelteile zerlegen 
  • Reiten der Übung (Ziel-Kontrolle): Alle Puzzleteile, die zuvor einzeln dekonstruiert und geübt wurden wieder zusammensetzen

Erholungs- und Entspannungsphase:

  • Positives Ende finden und Pferd ausgiebig loben 
  • Pferd kann abschwitzen (Pferd führen oder entspannt im Schritt reiten)
  • Reflektion der Einheit: Was hat heute gut funktioniert? Was kann verbessert werden? Was könnte das nächste Ziel sein?

Bei der langfristigen Planung des Trainings über mehrere Wochen und Monate ist es sehr wichtig die Pausen- und Regenerationszeiten der jeweiligen belasteten Gewebe zu kennen.

Ein Trainingszyklus besteht immer aus einer Belastung und einer anschließenden Regeneration. Das Lernen und die Leistungssteigerung des Körpers findet in den Pausen (Regeneration) statt. Die Kunst des guten Trainings ist das Management der Pausen. Nach einer Belastung muss immer eine Pause folgen. Während der Regenerations-Phase verarbeitet der Körper die Reize der Belastung und passt seine Strukturen gegebenenfalls an (Adaption). Um eine Leistungssteigerung zu erreichen genügt 1x pro Woche Training nicht, aber tägliches Training ist auch nicht zielführend. 

Setzt man einen Belastungsreiz sinkt die Leistungsfähigkeit zuerst einmal ab, dann erholt sich der Körper auf das Ausgangsniveau und anschließend adaptiert er die Leistung auf ein höheres Niveau (Superkompensation). Im Optimalfall setzt die nächste Trainingseinheit an der höchsten Stelle dieser Kurve an, um die erhöhte Leistungsfähigkeit weiter auszubauen. Setzt man den nächsten Trainingsreiz zu früh oder zu spät entsteht keine Leistungssteigerung.

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Trainingsplanung für Freizeitreiter

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